Brandschutz · Abschottungen nach Bauartgenehmigung
Brandschottprotokoll: Abschottung, Verwendbarkeitsnachweis und Kabeldurchführung nachweisen
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Kabeltrasse durch die Brandwand, Schott verschlossen, aber nichts dokumentiert. Bei der Abnahme fragt der Prüfer nach Nachweisnummer, Belegung und Fotos. Eine Abschottung zählt im Brandfall nur, wenn sie dem Verwendbarkeitsnachweis entspricht und das später belegt werden kann.
Das digitale Brandschottprotokoll führt je Durchführung durch Nachweis, Belegung und Fotos und erzeugt daraus die Schottliste für die Abnahmemappe.
Rechtsrahmen für Abschottungen in Deutschland
- Landesbauordnung und MLAR: Leitungsdurchführungen durch Wände und Decken mit Feuerwiderstandsanforderung folgen der Landesbauordnung und der Muster-Leitungsanlagen-Richtlinie in der Landesfassung.
- Verwendbarkeitsnachweis: allgemeine Bauartgenehmigung (aBG), allgemeines bauaufsichtliches Prüfzeugnis (abP) oder Europäische Technische Bewertung (ETA), je nach System und Einsatzfall.
- Klassifizierung: Feuerwiderstand nach DIN EN 13501-2, zum Beispiel EI 30 oder EI 90. Ältere Nachweise führen S 90 nach DIN 4102.
- Übereinstimmung: Der Ausführende bestätigt, dass die Abschottung dem Nachweis entsprechend eingebaut wurde, und kennzeichnet sie nach den Vorgaben des Nachweises.
Inhalt des Protokolls
1. Abschottungssystem und Nachweis
Je Schott werden Hersteller und Produkt, Art des Nachweises mit Nummer und Geltungsdauer sowie die Feuerwiderstandsklasse festgehalten. Dazu kommt das Bauteil, durch das geführt wird: Massivwand, Leichtbauwand oder Geschossdecke, jeweils mit Dicke in mm und Feuerwiderstandsklasse. Das System muss für genau diese Kombination geprüft sein; die Kombination wird als Pflichtfeld abgefragt.
2. Belegung, Füllgrad und Schottdicke
Die Belegung wird nach Kabeln, Rohren und Trassen getrennt erfasst: Kabeltyp, Außendurchmesser, Anzahl; Rohrmaterial (Stahl, Kupfer, Kunststoff) mit Durchmesser und Isolierung; Kabeltrassen mit Breite. Dazu kommen Größe der Öffnung, Füllgrad im Verhältnis zum zugelassenen Höchstwert und Dicke des Verschlusses. Als Verschlussart wählen Sie Mörtel, Platte, Schaum, Manschette oder Weichschott.
3. Fotos, Kennzeichnung und Schottliste
Je Abschottung entstehen mindestens zwei Fotos: offen mit sichtbarer Belegung und fertig mit Kennzeichnungsschild. Die Kennzeichnung nennt, was der Nachweis vorgibt, üblicherweise Hersteller, Systemtyp, Nachweisnummer, Feuerwiderstandsklasse, Ausführender und Datum. Alle Schotte eines Bauvorhabens fließen in die Schottliste mit Nummer, Lage und Foto, die dem Prüfer vorgelegt wird.
4. Nachbelegung und spätere Änderungen
Werden Kabel nachträglich durch ein bestehendes Schott gezogen, öffnen Sie die Abschottung, ergänzen die Belegung, prüfen den Füllgrad gegen den Nachweis und verschließen neu. Das Nachbelegungsprotokoll wird mit dem Erstprotokoll verknüpft, sodass die Historie eines Schotts lückenlos bleibt. Passt der Füllgrad nicht mehr zum Nachweis, ist das ein Mangel und kein Nachtrag im Protokoll.
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Häufige Fragen
Was muss ein Brandschottprotokoll in Deutschland enthalten?
Einbauort mit Bauteil (Wand oder Decke, Geschoss, Achse), Abschottungssystem mit Hersteller und Produkt, Verwendbarkeitsnachweis (allgemeine Bauartgenehmigung, allgemeines bauaufsichtliches Prüfzeugnis oder Europäische Technische Bewertung), Belegung mit Kabeln, Rohren und Trassen, Füllgrad, Schottdicke, Feuerwiderstandsklasse, Fotos vor und nach dem Verschluss, Kennzeichnung sowie Ausführender und Datum.
Welche Verwendbarkeitsnachweise gibt es für Abschottungen?
Üblich sind die allgemeine Bauartgenehmigung (aBG), das allgemeine bauaufsichtliche Prüfzeugnis (abP) und die Europäische Technische Bewertung (ETA). Welcher Nachweis zum Einsatz passt, steht in der Muster-Verwaltungsvorschrift Technische Baubestimmungen und den Landesfassungen. Im Protokoll tragen Sie die Nummer des Nachweises ein und halten fest, dass die Ausführung dem Nachweis entspricht.
Welche Regel gilt für Leitungen durch Wände und Decken?
Leitungsdurchführungen durch feuerwiderstandsfähige Bauteile regelt die Landesbauordnung zusammen mit der Muster-Leitungsanlagen-Richtlinie (MLAR) in der Fassung des jeweiligen Bundeslands. Welche Abschottung erforderlich ist, ergibt sich aus dem Brandschutzkonzept des Bauvorhabens.
Wie nenne ich die Feuerwiderstandsklasse richtig?
Aktuelle Nachweise geben die Klassifizierung nach DIN EN 13501-2 an, zum Beispiel EI 90. Ältere Zulassungen nennen noch S 90 nach DIN 4102. Übernehmen Sie die Angabe aus dem Nachweis und mischen Sie die Bezeichnungen nicht.
Wer bekommt das Protokoll bei der Abnahme?
In der Regel Bauleitung, Fachplaner Brandschutz und bei prüfpflichtigen Vorhaben der Prüfsachverständige für Brandschutz. Das Protokoll mit Fotos und Schottliste wird als PDF exportiert und der Abnahmemappe beigelegt. Für Ihre eigene Absicherung bleibt eine Kopie im Auftrag gespeichert.
Was kostet werkflow für Brandschutzbetriebe?
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