Elektriker · Kalkulation Vorlage Deutschland
Elektriker Kalkulation Vorlage 2026 - Stundensatz & Material für Deutschland
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Deutsche Elektrobetriebe kalkulieren nach Tarifvertrag Elektrohandwerk, DIN VDE 0100-600-Prüfvorschriften und §13b UStG. Wer Prüfkosten nach DIN VDE, Fahrzeiten und den korrekten Übergang der Steuerschuld nicht einkalkuliert, verliert Marge bei jedem Gewerbebau-Auftrag. Diese Vorlage listet alle Kostenpositionen für deutsche Elektrobetriebe.
Alle Kostenpositionen richtig erfassen
1. Lohnkosten kalkulieren
- Tarifvertrag über ein Mindestentgelt in den Elektrohandwerken (ZVEH/IG Metall, 14,93 €/h ab 2026)
- Lohnnebenkosten: ca. 20-22 % Arbeitgeberanteil Sozialversicherung
- Regionale Ergänzungstarife (Bayern, Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen) je nach Standort prüfen
- Monteurstunden: Installation + DIN-VDE-Prüfung + Protokollierung
- Fahrzeit: nach Tarifvertrag abrechenbar, ggf. Verpflegungsmehraufwand bei Auswärtstätigkeit
2. Materialkosten & Aufschlag
- Kabelmengen-Kalkulation: Leitungslängen je Stromkreis + 10-15 % Verschnitt
- Schaltmaterial (NH-Sicherungen, RCD-Schutzschalter): Stückpreise
- Einkaufspreise: Distributoren Sonepar, Rexel, Elektrogroßhandel
- Kleinmaterial-Pauschale: 3-5 % der Auftragssumme
- Materialaufschlag gesamt: 20-35 % auf EK-Preise
3. Gemeinkosten & Wagnis
- Betriebskosten anteilig: Miete, Strom, Kfz-Kosten (Versicherung, Kfz-Steuer)
- Werkzeug und Messgeräte: Abschreibung anteilig (Fluke, GMC, Metrel)
- Wagniszuschlag: 3-7 % für Altbestandsanlagen und unklare Leitungsführungen
- Gewinnaufschlag: 8-15 % auf Gesamtkosten
4. Gewerk-spezifische Positionen
- DIN VDE 0100-600 Prüfkosten: Erstprüfung (Besichtigen, Erproben, Messen), Prüfprotokoll (0,5-2 h je Anlage)
- Abgrenzung zur wiederkehrenden Prüfung nach DGUV Vorschrift 3 (i. d. R. max. 4 Jahre im laufenden Betrieb) - eigene Position, nicht vermischen
- Photovoltaik-Anschluss: Meldung beim Verteilnetzbetreiber, Marktstammdatenregister-Eintrag, Wechselrichter-Anschluss nach DIN VDE 0100-712
- Abnahmeprotokoll nach DIN VDE 0100-600: bei Neuanlagen Pflichtdokument für Bauabnahme
- §13b UStG bei Bauleistungen: Übergang Steuerschuld, Freistellungsbescheinigung des Leistungsempfängers erforderlich
5. MwSt & Zahlungsbedingungen
- MwSt 19 % bei privaten Auftraggebern und Werkstattleistungen ohne Bauleistung vollständig ausweisen
- §13b Abs. 2 Nr. 4 UStG: Übergang der Steuerschuld bei Bauleistungen zwischen Unternehmern
- USt-IdNr. beider Parteien auf Rechnung/Angebot bei §13b-Fällen angeben
- DATEV/Lexware-Export für den Steuerberater statt BMD/RZL
- Verzugszinsen bei unternehmerischen Geschäften: §288 BGB, Basiszinssatz + 9 Prozentpunkte (B2B) bzw. + 5 Prozentpunkte (Verbraucher), zzgl. 40 €-Verzugspauschale
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Häufige Fragen
Wie berechne ich den Elektriker-Stundensatz in Deutschland?
Basis ist der Tarifvertrag über ein Mindestentgelt in den Elektrohandwerken (ZVEH/IG Metall, 14,93 €/h Branchenmindestlohn ab 2026), ergänzt um regionale Tarifverträge in Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen. Darauf kommen Lohnnebenkosten (ca. 20-22 % Arbeitgeberanteil Sozialversicherung), Gemeinkosten (Fahrzeuge, Werkzeug, Büro) und Gewinnaufschlag. Marktübliche Netto-Stundensätze 2026: Gesellen 65-80 €/h, Meister und Betriebsinhaber 85-110 €/h.
Wie kalkuliere ich die Erstprüfung nach DIN VDE 0100-600 in eine deutsche Elektriker-Kalkulation ein?
DIN VDE 0100-600 (Errichten von Niederspannungsanlagen - Teil 6: Prüfungen) regelt Besichtigen, Erproben und Messen vor der Erstinbetriebnahme: Isolationswiderstand, Schleifenimpedanz, RCD-Auslösezeit und Durchgängigkeit des Schutzleiters, meist 0,5-2 Stunden je Anlage. Diese Erstprüfung ist von der wiederkehrenden Prüfung nach DGUV Vorschrift 3 (i. d. R. max. alle 4 Jahre im laufenden Betrieb) klar zu trennen - beide Positionen gehören einzeln in die Kalkulation, nicht vermischt.
Wie gilt §13b UStG bei Elektroinstallationen in Deutschland?
Bei Bauleistungen (§13b Abs. 2 Nr. 4 UStG) geht die Steuerschuldnerschaft auf den Leistungsempfänger über, wenn dieser selbst nachhaltig Bauleistungen erbringt - nachzuweisen über eine auf höchstens drei Jahre befristete Freistellungsbescheinigung des Finanzamts. Im Angebot muss der Hinweis auf §13b UStG und den Übergang der Steuerschuld stehen, ohne ausgewiesene USt.
Welche Zahlungsfristen und Verzugszinsen gelten für deutsche Elektrobetriebe?
Nach §288 BGB gelten Basiszinssatz + 9 Prozentpunkte bei Geschäften ohne beteiligten Verbraucher (B2B), + 5 Prozentpunkte bei Verbrauchern - zzgl. der pauschalen 40 €-Verzugskostenerstattung (§288 Abs. 5 BGB) bei unternehmerischen Geschäften. Diesen Zinssatz und die Pauschale sollte jede Kalkulation als Risikoposition mitdenken, wenn Zahlungsziele regelmäßig überschritten werden.