Gerüstbau · Stundensatz 2026

Gerüstbauer Stundensatz 2026: 54–88 €/h — Gerüstbau-Kalkulation für Deutschland

Der Gerüstbauer-Stundensatz in Deutschland liegt 2026 zwischen 54 und 88 €/h netto. Die Besonderheit im Gerüstbau: Montage und Abbau werden nach Stunden abgerechnet, die Standzeit als separate Tagespauschale. DGUV Vorschrift 38 Sachkundigenprüfungen und Systemgerüst-Mietpreise sind eigenständige Kalkulationsblöcke.

Stundensatz-Richtwerte für Gerüstbauer 2026

Qualifikation / PositionStundensatz nettoAbrechnungsart
Gerüstbauer-Geselle54 – 68 €/hMontage, Demontage (Stunden)
Gerüstbau-Meister72 – 88 €/hPlanung, DGUV-Übergabe, Abnahme
Standzeit-Pauschale0,50 – 1,20 €/m²/TagGerüstfläche × Standtage

Stundensatz Montage und Demontage

1. Montage-Stundensatz und Qualifikation

  • Tarifvertrag Gerüstbaugewerbe: Gesellen-Stundenlohn nach BRTV Gerüstbau 2026 ca. 17-20 €/h brutto (Lohngruppen I-IV). Meister deutlich höher, aber selten direkt auf der Baustelle tätig — Meisterstunden für Planung und DGUV-Übergabe separat verrechnen.
  • Arbeitgebernebenkosten: Ca. 80 % auf Bruttolohn (Sozialversicherung, Urlaubskasse Gerüstbau SOKA-Gerüstbau, Berufsgenossenschaft Bau, Schlechtwettergeld).
  • DGUV Sachkundigenprüfung: DGUV Vorschrift 38 / ehemals BGV C22 schreibt Sachkundigenprüfung durch einen Befähigten vor der Übergabe an den Nutzer vor. Kosten: 150-300 € je Übergabe — als Pauschale in Angebote einkalkulieren.
  • Produktivstunden: SOKA-Gerüstbau reguliert Ausgleichszeiten und Schlechtwetterausgleich — verrechenbare Stunden typischerweise 1.350-1.500/Jahr je Mitarbeiter.

2. Standzeit-Tagespauschale und Materialmiete

  • Standzeit-Grundpauschale: 0,50-1,20 €/m² Gerüstfläche und Tag. Bei Projekten über 4 Wochen Standzeit sinkt Tagessatz um 10-20 %. Klare Vertragsregelung für Standzeitverlängerungen notwendig.
  • Systemgerüste (Layher Allround, Hünnebeck Bosta, Peri Up): Interne Mietkalkulation je Gerüsttyp und m². Höhere Systeme (>10 m) erfordern statischen Nachweis — Zusatzkosten 300-800 €.
  • Zubehörpositionen separat: Schutzdächer 1,5-2,5 €/m²/Tag, Seitenschutznetze 0,30-0,80 €/m²/Tag, Konsolgerüste, Ausleger — nie im Grundpreis verstecken, separat ausweisen für Transparenz.
  • DATEV-Monatsabrechnung: Standzeit läuft kalendarisch — werkflow berechnet automatisch Verlängerungen und exportiert Monatspositionen für DATEV-konforme Buchhaltung.

Sonderpositionen und DGUV-Nachweise

3. DGUV 215-010 Übergabeprotokoll und Prüfkosten

  • DGUV 215-010 Übergabeprotokoll: Pflichtdokument bei Übergabe an den Nutzer — dokumentiert Gerüsttyp, zulässige Last, Absturzsicherung und Zustand. Papierbasiert zeitaufwändig; digital (werkflow) in 5 Minuten statt 30 Minuten.
  • Befähigte Person (DGUV V3/V38): Übergabe und Prüfung nur durch Sachkundige — Meister oder Geprüfter Gerüstbauer. Kosten 150-300 € je Übergabe als Pflichtposition in Angeboten.
  • Wiederkehrende Prüfungen: Bei Standzeiten über 30 Arbeitstage: erneute Sachkundigenprüfung empfohlen (unfallrechtlich relevant). Als Pauschalposition 80-150 € je Wiederholungsprüfung.
  • Haftung und Versicherung: Gerüstbauer haften für Mängel an der Standsicherheit. Betriebshaftpflicht mit Gerüstbau-Klausel zwingend — Prämie als Gemeinkosten auf Stundensatz umlegen.

4. Witterungsrisiko und Notdienst-Aufschläge

  • Schlechtwetterklausel Baugewerbe: Bei Windstärke ≥ 6 Bft (Gerüstbau) oder Eisglätte wird Montage/Demontage eingestellt — Standzeit läuft trotzdem weiter. Vertraglich klären, wer Witterungsausfälle trägt.
  • Sturmschäden-Notdienst: Gerüst-Sicherung nach Sturm: +35-50 % Aufschlag auf Stundensatz außerhalb Normalarbeitszeit. Notdienstpauschale (Anfahrt + Mindeststunden) empfehlenswert.
  • Winterzuschlag: November-März: erhöhter Aufwand durch Eis, kürzere Tage, Heizung auf der Baustelle. 5-10 €/h Winteraufschlag marktüblich bei Außenarbeiten.
  • Kapazitätsrisiko: Starke Baukonjunktur führt zu Gerüstbau-Engpässen. Frühbuchungsrabatt (2-5 %) oder Kapazitätszuschlag bei kurzfristiger Beauftragung (<2 Wochen) sind verbreitete Strategien.

Gerüstbau-Stundensatz jetzt berechnen

Standzeit-Tagespauschale, DGUV-Übergabekosten und Gerüstmaterial-Miete automatisch kalkuliert. DATEV-Export für Monatsabrechnungen inklusive.

Zum Stundensatz-Rechner →

Häufig gestellte Fragen

Was kostet ein Gerüstbauer pro Stunde in Deutschland 2026?

Ein Gerüstbauer-Geselle berechnet 54-68 €/h, ein Meister 72-88 €/h. Gerüstbau ist körperlich intensiv — Schlechtwetterklausel (Baugewerbe) greift bei Sturm/Eis: Aufbau wird eingestellt, Standzeit läuft. DGUV Vorschrift 38 / BGV C22 erfordert Sachkundigenprüfung vor Übergabe: 150-300 € je Übergabe als Zusatzkosten.

Wie rechnet man Aufbau, Abbau und Standzeit getrennt ab?

Aufbau (Montage) und Abbau werden nach Stunden × Stundensatz abgerechnet. Standzeit als Tages- oder Wochenpauschale: 0,50-1,20 € je m² Gerüstfläche und Tag, oder 3-7 €/m² und Woche. Bei langen Standzeiten (>4 Wochen) sinkt der Tagessatz. Vorauszahlung für Standzeitverlängerung empfohlen.

Was kostet Gerüstmaterial-Miete und wie wird sie kalkuliert?

Systemgerüste (Layher Allround, Hünnebeck Bosta, Peri Up) werden intern zu Mietpreisen kalkuliert. Gerüstfläche m² × Höhe × Tagessatz = Gesamtmietkosten. Zusätze: Schutzdächer 1,5-2,5 €/m²/Tag, Seitenschutznetze 0,30-0,80 €/m²/Tag. Diese Positionen separat ausweisen.

Wie berechnet werkflow Gerüstbau-Aufträge mit Standzeit-Abrechnung?

werkflow hinterlegt Gerüstfläche und Höhe — Aufbau/Abbau als Einmalposition nach Stunden, Standzeit als laufende Tagespauschale pro m². Übergabeprotokoll DGUV 215-010 digital ausfüllbar. DATEV-Export für Monatsabrechnungen mit Standzeitverlängerungen.

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