Gerüstbau · Stundensatz 2026
Gerüstbau Stundensatz 2026: 65–90 €/h — Kalkulation für Deutschland
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Gerüstbau wird in Deutschland überwiegend nicht stundenweise, sondern nach Gerüstfläche und Standzeit abgerechnet. Wo dennoch Regiestunden anfallen - bei Sonderarbeiten, Nachträgen oder kurzfristigen Umbauten - liegen sie 2026 bei 65-90 €/h netto. Grundlage sind der Tarifvertrag Gerüstbauer-Handwerk, DIN EN 12811 sowie die Prüfpflichten nach Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV).
Schnellantwort
Gerüstbau-Regiestunden kosten 2026 in Deutschland 65-90 €/h netto (77-107 €/h brutto inkl. 19 % MwSt, Stand 06/2026). Der tarifliche Ecklohn für Gerüstbau-Facharbeiter liegt bei 19,25 €/h (bis 30.9.2026) bzw. 20,10 €/h (ab 1.10.2026) - das ist der Arbeitnehmerlohn, nicht der Kundenpreis. Die meisten Aufträge laufen über einen m²-Grundpreis von rund 8,50 €/m² inkl. Aufbau und 4 Wochen Standzeit.
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Stundensatz-Richtwerte für Gerüstbau 2026
| Position | Satz | Hinweis |
|---|---|---|
| Regiestunde (netto) | 65 – 90 €/h | Sonderarbeiten, Nachträge - kein Standardpreis fürs Gewerk |
| Regiestunde (brutto) | 77 – 107 €/h | Inkl. 19 % MwSt, Stand 06/2026 |
| Tariflicher Ecklohn Facharbeiter | 19,25 → 20,10 €/h | Bruttolohn Arbeitnehmer, ab 1.11.2025 / 1.10.2026 |
| Tariflicher Mindestlohn | 14,35 → 14,90 €/h | Ab 1.1.2026 / 1.1.2027, allgemeinverbindlich |
Quellen: fragbabsi.de (Handwerkerpreise 2026, Stand 06/2026), Bundesinnung für das Gerüstbauer-Handwerk (Tarifabschluss 29.9.2025).
So wird der Gerüstbau-Stundensatz in Deutschland kalkuliert
1. Tarifvertrag Gerüstbauer-Handwerk und Lohnnebenkosten
- Tarifvertrag Gerüstbauer-Handwerk: Ausgehandelt zwischen Bundesverband Gerüstbau e.V., Bundesinnung für das Gerüstbauer-Handwerk und IG BAU. Ecklohn Facharbeiter 19,25 €/h (ab 1.11.2025), 20,10 €/h (ab 1.10.2026), Laufzeit bis 31.10.2027.
- Lohnnebenkosten: Sozialversicherung, Urlaubs- und Krankengeld addieren sich branchenüblich auf rund das Dreifache des Gesellenlohns im Verrechnungssatz - Faustformel Verrechnungssatz ≈ Gesellenlohn × 3,0-3,8 (Referenz: Fachverband SHK NRW, Vollkostensatz).
- Sommerausfallgeld (neu ab 2026): Betriebe können zwischen 1. Mai und 31. August bis zu 50 Stunden bei extremen Wetterbedingungen über die Sozialkasse abrufen - 75 % des Stundenlohns werden erstattet.
- Branchen-Mindestlohn: 14,35 €/h ab 1.1.2026, 14,90 €/h ab 1.1.2027, allgemeinverbindlich für alle Betriebe im Gerüstbauer-Handwerk.
2. Gerüstfläche, Standzeit und Materialkosten
- m²-Grundpreis: Rund 5-15 €/m² (Richtwert ca. 8,50 €/m²), inklusive Auf-/Abbau und einer Grundstandzeit von bis zu 4 Wochen. Bei Projekten unter ca. 141 m² fällt oft ein Mindestpauschalpreis ab 1.200 € an, weil Logistik- und Rüstaufwand fix sind.
- Verlängerte Standzeit: Ab Woche 5 wird wochenweise nachberechnet - üblich sind ca. 6 % der Netto-Auftragssumme pro Woche, mindestens aber 100 €/Woche. Ab Woche 9 empfiehlt sich eine verhandelte Monats- oder Projektpauschale.
- Systemgerüste (Layher, Plettac u. a.): Materialvorhaltung intern je System und m² kalkulieren, Abschreibung auf die Standzeit umlegen.
- Transport und Anfahrt: Meist einmalig pauschal, häufig im Bereich von rund 200 € - je nach Entfernung und Fahrzeugeinsatz separat ausweisen.
Normen, Prüfpflichten und steuerliche Absetzbarkeit
3. DIN EN 12811, TRBS 2121 und die Übergabe-Prüfung
- DIN EN 12811: Europäische Grundnorm für Arbeits- und Schutzgerüste, gilt auch in Deutschland. National ergänzend: DIN 4420 (Teile 1-3) sowie TRBS 2121 Teil 1 zu Gefährdungen durch Gerüste, eingebettet in die Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV).
- Prüfung vor Übergabe (TRBS 1203): Eine befähigte Person - in der Regel Gerüstbauer, Gerüstbaumeister oder Obermonteur mit einschlägiger Ausbildung, Berufserfahrung und zeitnaher Tätigkeit im Gerüstbau - prüft das Gerüst nach Fertigstellung. Das Ergebnis wird im BG BAU-Prüfprotokoll für Arbeits- und Schutzgerüste dokumentiert und mindestens drei Monate über die Standzeit hinaus aufbewahrt.
- Wiederkehrende Prüfungen: Nach BetrSichV sind Gerüste während der Nutzung regelmäßig auf ordnungsgemäßen Zustand zu prüfen - Intervall und Umfang richten sich nach Gefährdungsbeurteilung und Standzeit.
- Haftung und DGUV: DGUV Vorschrift 1 (vormals BGV A1) sowie eine Betriebshaftpflicht mit Gerüstbau-Klausel gehören als Gemeinkosten in den Stundensatz bzw. die m²-Kalkulation.
4. Steuerliche Absetzbarkeit für Privathaushalte
- §35a EStG Handwerkerbonus: 20 % der Lohnkosten (nicht des Materials) sind bei Renovierungs-, Erhaltungs- und Modernisierungsmaßnahmen am selbstgenutzten Privathaushalt direkt von der Steuerschuld abziehbar - maximal 1.200 € pro Jahr. Gilt z. B. für Gerüste bei Fassadensanierung oder Dacharbeiten, nicht für Gerüste im Rahmen eines Neubaus. Rechnung muss per Überweisung bezahlt werden, Barzahlung schließt die Förderung aus.
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Häufig gestellte Fragen
Was kostet ein Gerüstbauer in Deutschland pro Stunde 2026?
Gerüstbau wird selten rein stundenweise abgerechnet, sondern meist nach Gerüstfläche und Standzeit. Wo Regiestunden anfallen (Sonderarbeiten, Nachträge), liegen sie 2026 bei 77-107 €/h brutto inkl. 19 % MwSt, also rund 65-90 €/h netto (Quelle: fragbabsi.de, Handwerkerpreise 2026, Stand 06/2026). Der tarifliche Ecklohn eines Gerüstbau-Facharbeiters - also der Arbeitnehmerlohn, nicht der Kundenpreis - liegt bei 19,25 €/h (bis 30.9.2026) bzw. 20,10 €/h (ab 1.10.2026).
Welcher Tarifvertrag gilt für Gerüstbauer in Deutschland?
Der Tarifvertrag Gerüstbauer-Handwerk wird zwischen dem Bundesverband Gerüstbau e.V., der Bundesinnung für das Gerüstbauer-Handwerk und der IG BAU verhandelt. Der Tarifabschluss vom 29.9.2025 hebt den Ecklohn zum 1.11.2025 um 7,5 % auf 19,25 €/h an, zum 1.10.2026 folgen weitere 4,4 % auf 20,10 €/h. Der branchenweite Mindestlohn steigt auf 14,35 €/h (ab 1.1.2026) bzw. 14,90 €/h (ab 1.1.2027). Laufzeit bis 31.10.2027.
Was kostet ein Baugerüst pro m² und wie wird die Standzeit abgerechnet?
Üblich ist ein m²-Grundpreis von ca. 5-15 €/m² (Richtwert rund 8,50 €/m²), der Auf-/Abbau und eine Grundstandzeit von bis zu 4 Wochen einschließt. Ab Woche 5 wird wöchentlich nachberechnet - üblich sind ca. 6 % der Netto-Auftragssumme pro Woche, mindestens aber 100 €/Woche. Bei kleinen Projekten (unter ca. 141 m²) fällt oft ein Mindestpauschalpreis ab 1.200 € an, weil Logistik- und Rüstaufwand fix sind.
Welche Normen und Prüfpflichten gelten für Gerüste in Deutschland?
Grundlage ist DIN EN 12811 - die europäische Norm für Arbeits- und Schutzgerüste, national ergänzt um DIN 4420 (Teile 1-3) und TRBS 2121 Teil 1 zu Gefährdungen durch Gerüste, eingebettet in die Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV). Nach TRBS 1203 muss eine befähigte Person - in der Regel Gerüstbauer, Gerüstbaumeister oder Obermonteur mit einschlägiger Ausbildung und Berufserfahrung - das Gerüst nach Fertigstellung und vor Übergabe prüfen. Das Ergebnis wird im BG BAU-Prüfprotokoll für Arbeits- und Schutzgerüste dokumentiert und mindestens drei Monate über die Standzeit hinaus aufbewahrt.
Regiestunden oder Festpreis beim Gerüstbau - was ist in Deutschland üblich?
Für den Auf- und Abbau ist ein Festpreis nach Gerüstfläche der Regelfall - transparent kalkulierbar über m²-Preis und Standzeit. Regiestunden kommen bei Sonderarbeiten zum Einsatz: kurzfristigen Umbauten, zusätzlichen Konsolen, Anpassungen während der Standzeit oder Notfalleinsätzen nach Sturmschäden. Ein Angebot sollte beide Positionen - Festpreis für Grundleistung, Stundensatz für Sonderarbeiten - getrennt ausweisen.
Kann ich Gerüstbau-Kosten steuerlich absetzen (Handwerkerbonus)?
Ja, unter Bedingungen. Nach §35a EStG können Privatpersonen 20 % der Lohnkosten für Handwerkerleistungen im eigenen Haushalt direkt von der Steuerschuld abziehen - maximal 1.200 € Steuervorteil pro Jahr (bei 6.000 € Lohnanteil). Das gilt für Gerüste bei Renovierungs-, Erhaltungs- und Modernisierungsmaßnahmen (z. B. Fassadensanierung, Dacharbeiten) - nicht für Gerüste im Rahmen eines Neubaus. Reine Materialkosten sind nicht absetzbar, die Rechnung muss per Überweisung bezahlt werden.