Wie berechnet man den richtigen Stundensatz im Handwerk?
Der Stundensatz ist keine Frage des Bauchgefühls, sondern eine betriebswirtschaftliche Kalkulation. Die Grundformel lautet:
- Lohnkosten ermitteln: Bruttolohn × 12 Monate × Anzahl Mitarbeiter × 1,21 (AG-Sozialversicherung Deutschland ca. 21 %). Das ergibt die jährlichen Personalkosten.
- Gemeinkosten ermitteln: Miete, Fahrzeuge, Werkzeug/Maschinen, Versicherungen, Büro, Software, Steuerberater, Telefon — alles, was anfällt egal ob Sie einen Auftrag haben oder nicht.
- Produktive Stunden berechnen: Ausgangspunkt sind ca. 220 Arbeitstage/Jahr. Abzug: 30 Urlaubstage, 13 Feiertage (je nach Bundesland), 10 Kranktage, unproduktive Zeit (Fahrten, Büro, Materialholen). Richtwert: 1.400–1.600 produktive Stunden pro Mitarbeiter und Jahr.
- Selbstkosten pro Stunde: (Lohnkosten + Gemeinkosten) ÷ produktive Stunden = Ihre Mindestkosten je Stunde.
- Gewinnzuschlag addieren: 15–20 % sind branchenüblich und decken Investitionen, Risiko und unternehmerischen Gewinn.
- MwSt aufschlagen: Netto-Stundensatz × 1,19 = Brutto-Stundensatz für den Kunden.
Wichtig: Viele Betriebe unterschätzen die Gemeinkosten und die tatsächlich produktiven Stunden. Wer realistisch kalkuliert, vermeidet Verlustaufträge.
Stundensätze nach Gewerk 2026 (Deutschland)
Die folgende Tabelle zeigt marktübliche Netto-Stundensätze (ohne MwSt) in Deutschland 2026. Diese Werte sind Richtwerte — regionale Unterschiede und Betriebsgröße können erheblich abweichen.