Gerüstbau · Nachtrag Vorlage
Gerüstbau Nachtrag Vorlage: VOB/B § 2 Abs. 5+6 für Zusatzarbeiten am Gerüst
Nachträge im Gerüstbau entstehen durch verlängerte Standzeiten, zusätzliche Gerüstlagen, geänderte Fassadengeometrie oder Bauverzögerungen, die eine erneute Prüfung nach DIN EN 12811 erfordern. Ohne schriftliche Ankündigung und lückenlose Dokumentation nach VOB/B § 2 Abs. 5 und § 2 Abs. 6 hat der Gerüstbauer keinen Vergütungsanspruch für Mehrleistungen am Gerüst.
Gerüstbau Nachtrag Vorlage: alle Pflichtfelder
Abschnitt 1 — Nachtrag-Kopfdaten (5 Felder)
- Nachtrag-Nr.: lückenlose Nummerierung, z.B. "NT-2026-001" — eindeutige Referenz für AG und AN
- Verweis auf Hauptvertrag: Datum des Werkvertrags + Auftragsnummer des AG
- Anlass des Nachtrags: kurze Beschreibung, was geändert wurde (z.B. "Standzeitverlängerung 4 Wochen durch Bauverzug AG — Fassadengerüst Nordseite, 620 m²")
- Beauftragungsdatum: wann wurde die Änderung/Zusatzleistung vom AG angewiesen (Datum + Form: schriftlich/mündlich)
- Ausführungszeitraum: geplanter Beginn und Ende der Nachtragausführung
Abschnitt 2 — VOB/B § 2 Rechtsgrundlage (geändert vs. zusätzlich)
- § 2 Abs. 5 — Geänderte Leistung: AG ändert eine bereits vereinbarte Leistung (z.B. Gerüst muss höher, breiter oder in anderer Lastklasse aufgebaut werden, Fassadengeometrie ändert sich durch Planrevision). Neuer Einheitspreis auf Basis Nachtragskalkulation.
- § 2 Abs. 6 — Zusätzliche Leistung: AG beauftragt eine Leistung, die im LV nicht vorgesehen war (z.B. Treppenturm, Schutzdach, Fanggerüst, Einhausung). Ankündigung VOR Ausführung ist Pflicht — ohne Ankündigung kein Anspruch.
- Standzeitverlängerung: Gerüst bleibt über vereinbarten Zeitraum hinaus stehen (z.B. durch Bauverzug AG). Wochensatz je m² Gerüstfläche × Zusatzwochen — nach erneuter Prüfung gemäß TRBS 2121 Teil 1 ggf. Mehrkosten für Nachprüfung.
- Wahl im Nachtrag kennzeichnen: Checkbox "§ 2 Abs. 5 geänderte Leistung" oder "§ 2 Abs. 6 zusätzliche Leistung" oder "Standzeitverlängerung" — schützt vor späteren Streitigkeiten.
- Typische Gerüstbau-Nachträge § 2 Abs. 5: zusätzliche Gerüstlagen durch Planänderung, höhere Lastklasse, geänderte Verankerungspunkte, Umbau bestehender Gerüstabschnitte.
- Typische Gerüstbau-Nachträge § 2 Abs. 6: Treppenturm nachträglich, Schutznetz/Einhausung, Materiallift, wetterbedingter Ab- und Wiederaufbau, erneute Prüfung nach TRBS 2121.
Abschnitt 3 — Nachtragskalkulation (Positionstabelle)
- Tabellenkopf: Pos. | Bezeichnung | Menge | Einheit | EP netto € | GP netto €
- Beispiel Standzeitverlängerung: Pos. 1.1 | Gerüst-Standzeit Nordseite 620 m² × 4 Zusatzwochen | 2.480 | m²/Wo | 0,45 | 1.116,00
- Beispiel § 2 Abs. 5: Pos. 2.1 | Zusätzliche Gerüstlage 5. OG lt. Planrevision | 155 | m² | 14,50 | 2.247,50
- Beispiel § 2 Abs. 6: Pos. 3.1 | Treppenturm nachträglich beauftragt | 1 | Stk. | 3.200,00 | 3.200,00
- Prüfkosten: Pos. 4.1 | Erneute statische Prüfung nach TRBS 2121 durch befähigte Person | 1 | pauschal | 380,00 | 380,00
- Summe Nachtrag netto €, MwSt 19% €, Summe Nachtrag brutto € — klar abgetrennt von der Vertragssumme
Abschnitt 4 — Beauftragungsnachweis (schriftlich vor Ausführung!)
- Schriftliche Anordnung des AG: E-Mail, Brief, Bautagebuch-Eintrag mit Unterschrift des AG (Datum + Verfasser)
- Bei mündlicher Beauftragung: sofortige schriftliche Bestätigung per E-Mail senden — "Wie heute auf der Baustelle besprochen, beauftragen Sie uns mit folgenden Gerüstbau-Mehrarbeiten…"
- Ankündigungsschreiben bei § 2 Abs. 6: Datum der Ankündigung VOR Ausführungsbeginn — beweist rechtzeitige Anzeige
- Anlagenliste: Planrevision (Datum + Rev.-Nr.), Gerüstbuch-Einträge, Prüfprotokolle TRBS 2121, Fotos Gerüstaufbau, Bautagebuch
Abschnitt 5 — Zusammenfassung und Zahlungsziel
- Nachtragssumme netto €, MwSt 19% €, Nachtragssumme brutto €
- Aktualisierte Auftragssumme: Ursprungsvertrag netto + alle bisherigen Nachträge + dieser Nachtrag = neue Gesamtsumme netto
- Zahlungsziel: 14 Tage nach schriftlicher Beauftragung (oder lt. Vertrag)
- UStG § 14 Pflichtangaben: Steuernummer, lückenlose Rechnungsnummer, Leistungsdatum, 19% MwSt; bei §13b B2B: "Steuerschuldnerschaft des Leistungsempfängers gem. §13b UStG"
- DATEV-Buchungshinweis: Erlöskonto 8400 (Bauleistungen 19% MwSt) oder 8125 (§13b)
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Gerüstbau Software ansehen →Häufige Fragen
Wann hat ein Gerüstbaubetrieb Anspruch auf einen Nachtrag?
Ein Gerüstbaubetrieb hat nach VOB/B § 2 Abs. 5 Anspruch auf Nachtrag bei geänderten Leistungen — z.B. wenn der AG die Fassadengeometrie ändert, zusätzliche Gerüstlagen fordert oder die Standzeit über den vereinbarten Zeitraum hinaus verlängert. Nach § 2 Abs. 6 besteht Anspruch bei zusätzlichen Leistungen, die im LV nicht vorgesehen waren — etwa Schutznetze, Treppentürme oder Sonderkonstruktionen. Besonderheit im Gerüstbau: Standzeitverlängerungen durch Bauverzug des AG lösen eigenständige Nachtragsansprüche aus. Schriftliche Ankündigung VOR Ausführung ist Pflicht.
Wie wird ein Gerüstbau Nachtrag korrekt berechnet?
Grundlage ist die Nachtragskalkulation nach DIN EN 12811 / TRBS 2121: Bei Standzeitverlängerung wird der vereinbarte Wochensatz je m² Gerüstfläche × Zusatzwochen berechnet. Bei zusätzlichen Gerüstlagen oder Sonderkonstruktionen wird ein neuer Einheitspreis kalkuliert — Material (Gerüstteile, Kupplungen, Beläge), Auf-/Abbau-Lohn (Stundensatz × Aufwand), Transportkosten, Gewinn- und Wagnis-Zuschlag. Prüfkosten für erneute statische Prüfung bei geändertem Aufbau separat ausweisen.
Was passiert wenn der Auftraggeber den Gerüstbau-Nachtrag ablehnt?
Lehnt der AG den Nachtrag ab, muss der Gerüstbauer seinen Anspruch sichern: Sofort schriftlichen Vorbehalt erklären (per E-Mail oder Einschreiben), die Mehrleistung trotzdem ausführen (Verweigerung = Vertragsbruch), alle Kosten lückenlos dokumentieren (Stundenzettel, Gerüstbuch, Fotos vor/nach Umbau). Ohne rechtzeitigen Vorbehalt und Ankündigung nach VOB/B § 2 Abs. 6 erlischt der Vergütungsanspruch für Zusatzleistungen.
Kann werkflow Gerüstbau Nachtragsangebote automatisch erstellen?
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