Kostenvoranschlag Vorlage für Handwerksbetriebe
Ein Kostenvoranschlag schätzt die Kosten einer Leistung vor dem Auftrag. Er bindet dich nur, wenn du die Gewähr für die Richtigkeit übernimmst. Ohne Gewähr musst du eine absehbare wesentliche Überschreitung unverzüglich anzeigen (§ 649 BGB), und bezahlt wird er nur, wenn das vereinbart ist (§ 632 Abs. 3 BGB).
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Hier findest du die Pflichtangaben, die Rechtslage nach BGB, einen Mustertext zum Kopieren und die Vorlage für dein Gewerk.
Was in einen Kostenvoranschlag gehört
- Betrieb und Kunde: Firma, Anschrift, Steuernummer oder USt-IdNr., Kunde mit Anschrift, Ort der Leistung.
- Datum und Gültigkeit: Ausstellungsdatum und bis wann die Preise gelten, etwa 30 Tage.
- Leistungsbeschreibung: Positionen mit Menge, Einheit und Einheitspreis, Material getrennt von Arbeitszeit.
- Annahmen: Was du vorausgesetzt hast: Untergrund, Zugänglichkeit, Bestand. Daran misst sich später jede Überschreitung.
- Verbindlich oder nicht: Ausdrücklich hineinschreiben, ob du für die Richtigkeit einstehst. Das ist der Satz, der im Streit zählt.
- Summe: Netto, Umsatzsteuer, brutto.
- Entgelt für den Kostenvoranschlag: Wenn er etwas kostet: vorher sagen, wie viel, und ob es bei Auftrag angerechnet wird.
Verbindlich oder unverbindlich: Rechtslage in Deutschland
Mit Gewähr: Übernimmst du die Gewähr für die Richtigkeit, trägst du das Risiko, wenn die Arbeit größer wird.
Ohne Gewähr (§ 649 BGB): Ist das Werk nicht ohne wesentliche Überschreitung ausführbar, musst du das unverzüglich anzeigen. Kündigt der Besteller deshalb, bekommst du nur den Anspruch nach § 645 Abs. 1 BGB.
Vergütung: Ein Kostenanschlag ist im Zweifel nicht zu vergüten (§ 632 Abs. 3 BGB). Wer dafür Geld will, vereinbart es vorher.
So rechnest du die Preise
Weise Arbeits- und Materialkosten getrennt aus. Privatkunden können 20 % der Arbeitskosten, höchstens 1.200 Euro im Jahr, von ihrer Einkommensteuer abziehen (§35a EStG); das geht nur mit getrennt ausgewiesenem Lohnanteil auf der Rechnung, und viele Kunden fragen schon beim Kostenvoranschlag danach. Deinen Stundensatz rechnest du mit dem Stundensatz-Rechner.
Mustertext zum Kopieren
Kostenvoranschlag Nr. [..] vom [Datum]. Für: [Kunde, Anschrift], Leistungsort: [Adresse]. Leistung: [Positionen mit Menge, Einheit, Einheitspreis]. Annahmen: [Untergrund, Zugang, Bestand]. Summe netto [..] EUR, zzgl. 19 % USt. [..] EUR, gesamt [..] EUR. Dieser Kostenvoranschlag ist unverbindlich; eine Gewähr für seine Richtigkeit wird nicht übernommen. Zeichnet sich eine wesentliche Überschreitung ab, informieren wir Sie unverzüglich. Gültig bis [Datum]. Der Kostenvoranschlag ist kostenfrei.
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Häufige Fragen
Ist ein Kostenvoranschlag in Deutschland verbindlich?
Nur, wenn du die Gewähr für die Richtigkeit übernimmst; dann ist er praktisch ein Festpreis. Ohne Gewähr ist er eine Schätzung, an die § 649 BGB besondere Regeln knüpft. Schreib deshalb ausdrücklich hinein, ob du für die Richtigkeit einstehst.
Was passiert bei einer wesentlichen Überschreitung?
Ist absehbar, dass das Werk nicht ohne wesentliche Überschreitung ausführbar ist, musst du das dem Besteller unverzüglich anzeigen (§ 649 Abs. 2 BGB). Kündigt er deshalb, steht dir nur der Anspruch nach § 645 Abs. 1 BGB zu, also im Kern Vergütung der geleisteten Arbeit und Auslagen (§ 649 Abs. 1 BGB). Eine feste Prozentgrenze nennt das Gesetz nicht.
Darf ich für den Kostenvoranschlag etwas verlangen?
Nur mit Vereinbarung: Ein Kostenanschlag ist im Zweifel nicht zu vergüten (§ 632 Abs. 3 BGB). Wenn er etwas kosten soll, vereinbare das vorher, am besten schriftlich, mit Betrag und Anrechnung bei Auftrag.
Was ist der Unterschied zum Angebot?
Im Alltag wird beides gleich verwendet. Rechtlich zählt nicht die Überschrift, sondern ob du die Gewähr für die Richtigkeit übernimmst. Schreib deshalb ausdrücklich "verbindlich" oder "unverbindlich, ohne Gewähr für die Richtigkeit" in das Dokument.
Passend dazu: Angebot Vorlage, Nachtrag, Abnahmeprotokoll, alle Vorlagen.
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